Sonntag, 18. August 2013

Zu Gast in Cuenca

Von Salinas gings dann mit Nachtbus nach Cuenca und das war gleichzeitig auch unsere erste Fahrt ueber Nacht. Oder auch nur fast ueber Nacht denn wir sind schon um drei Uhr morgens angekommen. Abgeholt wurden wir dann um halb fuenf von der Security und auch gleich zu Vero und ihrer Familie ins Haus gefahren. Am ersten Tag gings gleich mal nach Cuenca um die wunderschoene Altstadt mit ihren kolonialen Haeusern und die Kathedralen mit Vero und ihrem Freund David zu erkunden.


Sie zeigte uns auch das Hostal ihres Grossvaters, dass komplett handbemalte Waende hat. Abends machte die Mutter extra Lasagne fuer Julia und Phil. Cuenca ist eine echt schoene Stadt, mit vielen tollen Ecken die ganz unterschiedlich sind. Man muss sich in dieser Stadt einfach wohlfuehlen. Veros Haus war ein Stueck abseits in den Bergen was uns sehr gut gefiel, allerdings das einfach von der Haustuer loslaufen etwas einschraenkte. Was fuer uns etwas ungewohnt war, war zum einen wieder die Bewachung des Hauses, bei Tag und Nacht und die Putzfrau die fast jeden Tag kam. Vero fuhr mit uns auch in den Nationalpark Cajas wo wir Forelle probieren durften, die vielen Huegel und Berge mit kleinen Seen darin waren toll und Lars und Philip wollten umbedingt fischen und Zelten gehen, aber zum Zelten wars Julia zu kalt.




An einem anderen Tag fuhren wir zu drei verschiedenen Doerfer. Sigsig ist beruehmt fuer die "Panama-Huete", die eigentlich aus Ecuador kommen. Dort haben wir den groessten Hut der Welt gesehen und durften uns auch ein bisschen in der Fabrik umschauen. Gualaceo ist beruehmt fuer Schuhe und Julia beschwerte sich die ganze Zeit, dass sie keinen Platz im Rucksack hat. Und Chordeleg ist beruehmt fuer handgemachten Schmuck und so sammeln sich um den Plaza nur Juweliere.
Ausserdem sind Julia und Phil mit uns zum ersten mal auf echten alten Inkaspuren gelaufen als wir mitten in Cuenca "Pumapungo" erforschten.
Mit Vero und ihrer Familie verbrachten wir den Geburtstag der juengsten Schwester Constanza, eine Riesenparty mit Luftballons, Partykrachern und viel Spass.


Auch zu einem Familienfest in einem Wochenendhaus etwas ausserhalb von Cuenca wurden wir mitgenommen, wo wir Onkel und Tanten kennenlernten, tolle Bilder von Condoren anschauen konnten und ganz traditionelle Fritada essen durften.
Auch wurden wir von Vero abends in die Stadt und zu Freunden mitgenommen, wo wir viele neue Leute kennenlernten und viel Spass hatten.


Wir mussten Cuenca und Veros Familie etwas frueher als geplant verlassen, da Veros Familie nach Quito flog. Wir machten uns dann auf den Weg nach Vilcabamba.

Bald gehts auch schon nach Peru wie ich gehoert hab, doch davor geniessen wir nochmal ein bisschen Ecuador.
Liebe Gruesse, Rudolph

Von einem Vulkan zum naechsten

Mit Rene und Ole aus Tena sind wir nach Baños gefahren. Vorher erfuhren wir, dass ein aktiver Vulkan hier brodeln wuerde, der aber in die andere Richtung zieht. Phil und Julia, wie immer auf der Suche nach dem billigsten Hostel, fanden hier ein echt schoenes mit grossem Zimmer, toller Aussicht auf einen Wasserfall und sogar eigenem bett fuer Rudolph und mich. Am naechsten Tag mieteten Philip und Julia mit Ole und Rene gleich Fahrraeder um bergab zu Wasserfaellen zu fahren.


Auf halber Strecke entschieden sie sich spontan "Kaenopi" (Julia besserwissert mal wieder und sagt, dass es Canopy geschrieben wird) zu machen. Man wird dabei baeuchlings an ein Seil gehaengt an dem man dann einen Kilometer riiiiichtig schnell ueber einen Fluss fliegt. Julia hat mich vorne in ihre Jacke gesteckt, damit ich das auch miterleben kann! Danach war ich von ihrem Geschrei aber fast taub.



Danach gings weiter zu den Wasserfaellen wo man echt nass wurde, die aber auch ganz beeindruckende Wassermassen bergab befoerderten. Die beiden sind dann abends noch mit Ole und Rene weg gegangen und kamen Stunden spaeter mit roten Backen und Geschwaerme von "Mojito" zurueck.
Auf den naechsten Tag freuten sich alle ausser Rudolph. Phil und Julia hatten eine 4-stuendige Reittour in die Naehe vom Vulkan gebucht. Rudolph wollte lieber auf festem Boden bleiben weil ihm das Geschaukel nicht geheuer ist. Auch wenn er beim Trab und vor allem beim Galopp etwas gruenlich im Gesicht aussah (kleiner Scherz, das ist er ja immer), glaube ich, dass er froh war das Erlebnis nicht verpasst zu haben. Es ging auch zu einem Fluss, wo man in einer Gondel zu einem Cafe geleitet wurde und bei dem Cafe durften die beiden auch auf einer Schaukel ueber die Natur schwingen und auf ein Baumhaus klettern. Das schien aber gar nicht so einfach, da die Leiter des Baumhauses Ueberhang hatte. Julia hatte mal wieder echt Schiss!



Julia und Phil waren nach dieser Tour total beglueckt und zur Kroenung goennte Julia sich noch eine einstuendige Massage.
Es hatte bei der Reittour den ganzen Tag geregnet und die Erkaeltung, die Julia sich einfing wurde am naechsten Tag zu einer echten Herausfoderung beim Wandern.
Es wurde natuerlich auch nicht besser als Phil und Julia (Tiere waren da verboten) am naechsten Tag in die fuer Baños beruehmten Thermen gingen, die kalte, und vom Vulkan beheizte Becken hatten.
Am letzten Abend in Baños gingen die beiden noch, fuer ihre Verhaeltnisse, richtig schick Steak essen und ich glaube sie fanden es toll sich mal wieder schick zu machen.
Dann gings auch schon weiter nach Salinas. Erst mit dem Bus nach Guaranda, was eine beeindruckende Fahrt sein sollte aber leider sah man wegen dem Nebel gar nichts. Nach Guaranda stiegen die beiden mit ihrewn grossen Rucksaecken auf die Ladeflaeche eines Pick Ups und wurden nach Salinas gebracht, ein Doerfchen in den Bergen mit 1000 Einwohnern, das beruehmt fuer Schokolade und Kaese ist.




Hier habe ich mich endlich mal so richtig wohl gefuehlt, hier war es naemlich ganz kalt und mit der Hoehe kam ich hier sogar auch klar. Phil und Julia haben die Schokolade und den Kaese probiert und sind ein bisschen durch die Umgebung des kleinen Doerfchens gewandert. Danach haben sie sich aber ganz schnell ins das warme Bett gekuschelt und die bombastische Aussicht aus dem Zimmer genossen.
Am naechsten Tag gings auch schon weiter nach Riobamba um nachts nach Cuenca zu einer Freundin von Julia zu fahren. Auf der Fahrt nach Riobamba hatten wir dann die versprochene spektakulaere Aussicht auf den Vulkan Chimborazo, der 6300 Meter hoch ist und durch die Erdkruemmung der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernteste Punkt der Erde ist.


Einfach beeindruckend!
Jetzt lassen wir es uns erst mal gut gehen in Cuenca
Euer Lars

Donnerstag, 1. August 2013

Qué lindo es Mindo

Von Otavalo ging es mit den oeffentlichen Bussen nach Quito zurueck und von da aus in die westlichen Andenhaenge, nach Mindo. Mindo liegt im Nebelwald und das konnte man auch beobachten. Immer Nachmittags, so ab 14:30 Uhr kam der Nebel ueber die Berge in das kleine Dorf gezogen, ein toller Anblick. Doch das war nicht das einzige was Mindo interessant machte. Schon als wir ankamen fuehlten wir uns echt wohl und auch Lars ging es nach der Hoehe wieder gut. Die Stadt verbreitete einen angenehmen "Fler" wie Phil und Julia die ganze Zeit sagen.


Lars und ich kringelten uns vor Lachen als sie am ersten Tag eine Wanderung auf einem unschoenen und breiten Weg unternahmen und am Ende nichtmal die erhofften Wasserfaelle sehen konnten weil es zu spaet war. Wegen des Auslachens haetten sie uns am naechsten Tag beinahe nicht mit in die Chocolaterie genommen wo sie eine Tour machten. Sie durften an Kakaobohnen riechen, 100%ige Schokolade probieren, die Vorgaenge der Herstellung betrachten und bekamen unzaehlige Kostproben die Julia mal wieder fuer sich alleine bunkerte und nichts abgab. Lars und ich haben uns aber trotzdem was genommen und sie war echt lecker.


Bei der Tour lernten die beiden auch noch ein aelteres Paerchen aus den USA kennen mit denen sie sich sofort gut verstanden und erstmal ewig rumliefen. Sie verabredeten sich fuer den naechsten Tag um mit ihnen (Marylin und Tony) durch ein Bioreservat zu wandern. Viele tolle Pflanzen, Voegel, unzaehlige Schmetterlinge und vor allem tolle Gespraeche mit Marylin und Tony begleiteten den Tag. Das Bioreservat war eine Schoenheit fuer sich und wir hatten sogar noch das Glueck ein paar Voegel aus naechster Naehe zu sehen weil gerade Forscher vor Ort waren. Und zum kroenenden Abschluss wurden Julia und Phil sogar noch zum Essen eingeladen. Es fiel den beiden ziemlich Schwer sich von Marylin und Tony zu verabschieden da sie so viel Spass in so kurzer Zeit mit ihnen hatten.



Und am naechsten Tag ging es wieder ueber Quito weiter nach Tena, der Wildwasserhauptstadt Ecuadors die sich schon ziemlich im Regenwald befindet und auf der ganz anderen Seite der Anden.
Tena war eigentlich nur eines der Tore zum Dschungel und als Stadt nicht so schoen.



Trotzdem gab es in der Naehe wunderschoene Wasserfaelle mit einem seeehr schlammigen Wanderweg und natuerlich mussten die beiden auch ihre Abenteuerlust ausleben: Sie gingen Raften! Gemeinsam mit einer hollaendischen Familie die sie dort kennenlernten meldeten sie sich zu einem Stufe 3 Rafttrip an. Das Raften war, das sah man allen beteiligten deutlich an, eine echte Freude und die Gruppe verstand sich super.


Wasserschlachten gegen andere Boote wurden mit Erfolg gewonnen und man Schloss noch Freundschaften mit zwei Deutschsprachigen aus einem anderen Boot, die andauernd ueber Bord gingen. Ausserdem genossen die beiden nach dem ganzen billigen Reisessen endlich mal eine gute und guenstige Pizzeria zu finden. Mit Ole aus Island und René aus Deutschland gings dann auch weiter nach Baños. Dann darf Lars aber wieder dran.

Euer Rudolph

Samstag, 27. Juli 2013

Mit Blaulicht durch Quito

Puh, ist mir schlecht!
Jetzt hatten wir so viele Probleme ueberhaupt hierher zu kommen und jetzt auch noch das: Hoehenkrankheit. Erst wollte man uns in Jamaika gar nicht in den Flieger lassen, weil wir aus Ecuador noch keinen Weiterflug hatten. Die Dame am Flughafenschalter laechelte und sagte, dass "wir nur in den Flieger duerften, wenn wir ein gebuchtes Ausreisedatum vorweisen koennten". (Ich verstand nur Bahnhof). Phil und Julia wurden ins Hinterzimmer gefuehrt und mussten einen Flug oder Bus aus Ecuador raus buchen um ueberhaupt rein zu duerfen. Die Menschen sind komisch.
Hat dann aber doch noch alles geklappt und der Flieger war sogar auch noch da. Nach umsteigen in Panama kamen wir in Quito an, wo auch schon der Sicherheitsdienst des Justizministers wartete um uns abzuholen. Julia erklaerte mir, dass die Tochter des Justiziministers eine Freundin von ihr ist, die sie in Cuenca treffen wuerden. Der Vater und seine Frau Monica waren zu der Zeit noch in den USA.  Im Auto verstand ich mal wieder nur Spanisch, nur hatte ich diesmal das Gefuehl nicht der Einzige zu sein. Sie brachten uns zu einem sehr coolen, schon bezahlten Hostel, welches wir jedoch drei Tage spaeter wechseln mussten.


Am naechsten Tag wurden wir von zwei Polizisten abgeholt und mit Blaulicht durch die Stadt gefahren. SIe erkundeten mit uns die Altstadt und liessen uns wissen, dass wir fuer die ganz Woche einen Fahrer haben wuerden. Ausserdem gings die naechsten Tage mit unserm Fahrer Fernando zum TeleferiQo (4100m), zur Mitte der Welt, in diverse Parks und zum Museum von Guayasamin. Am letzten Tag in Quito lernten wir auch noch Monica kennen, die uns in einem richtig schicken Hotel zum Fruehstueck einlud, wo sie auch gleich die Gelegenheit nutzte uns ecuadorianische Spezialitaeten zu zeigen. Mit einem ganz herzlichen Laecheln und einem Lunchpaket schickte sie uns weiter nach Otavalo.



Otavalo ist die Stadt mit dem groessten Kunsthandwerksmarkt von Ecuador und ihre Einwohner laufen unabhaengig von Zeit und Datum fast alle in traditioneller Tracht rum. Phil und Julia gingen auch gleich mal einkaufen auf dem Markt. Begeistert kauften sie Kameltreiberhosen und Alpakapullis. Die wunderschoenen, handbemalten Schuesseln mussten sie sich aber entgehen lassen, da sie doch nicht ins Reisegepaeck passen wuerden. Sie stoeberten auch auf dem Lebensmittelmarkt und wurden vom Tiermarkt abgeschreckt obwohl sie ein tolles Angebot fuer Rudolph bekommen haben (Ich haette es angenommen aber wie ich Rudolph kenne waere er im Panzer geblieben bis alles vorbei ist). Ausserdem schlugen sie sich einen eigenen Weg zu wunderschoenen Wasserfaellen im Nachbardorf und machten einen Tagesausflug nach Ibarra.


Dort wurden sie von einer wildfremden Familie zum Mittagessen eingeladen, probierten die beste Eiskreme Ecuadors und gerieten zufaellig in ein Jahrmarktsfest wo die Menschen in bunten Kostuemen ausgelassen tanzten.




Mir gehts langsam wieder besser, aber ich bin froh das wir jetzt in ein etwas tieferes Gebiet kommen (1400m Hoch).
euer Lars

Der Tourismus versteckt sich

Es wird wieder Zeit, dass Phil und Julia ihre Meinung abgeben, ueber Jamaika.

"Insgesamt waren wir an Jamaika nur an zwei verschiedenen Orten und koennen deshalb nicht sagen, dass wir Jamika gut kennen, aber trotzdem bildet man sich eine Meinung.
Jamaika ist ein wunderschoenes, buntes Land mit Bergen, einer tropischen Pflanzenwelt und tollen Straneden. Man kann viel erleben und tolle Leute kennenlernen. Zwei Dinge an Jamaika sind uns allerdings negativ aufgefallen: Viele Leute haben wenig zu tun und sitzen den ganzen Tag nur rum. Zum Beispiel haben wir vier Leute eine (1) Kokusnuss verkaufen sehen und das galt schon als Arbeit. Zum anderen haben wir noch nie so eine Art Tourismus gesehen. Die All-Inclusive-Hotelanlagen sind an den Straenden aufgereiht und die Touristen bleiben dort und planen eventuell mal eine Tour, wo sie mit dem Bus zum Ziel kutschiert werden, und zurueck. Man sieht selbst in einer torusitischen Stadt wie Ocho Rios keine Touristen auf den Strassen, sie verstecken sich alle in den Hotels.
Aber abgesehen von diesen zwei stoerenden Punkten gefallen uns die offenen Menschen, die bunten Haeuser und die Natur sehr gut! Jetzt freuen wir uns von dem heissen Jamaika in das, auf fast 3000 Hoehenmetern gelegene Quito zu kommen."

Das war ihr Senf zu Jamaika, naechstes mal bin ich wieder dran!

Mittwoch, 24. Juli 2013

Traumlage im Moskitonest




Nach Snowhill hiess es noch eine Woche entspannten und fuer Phil und Julia sich auf Suedamerika vorbereiten am White River in der Naehe von Ocho Rios. Die Fahrt verlief problemlos und nach zwei Stunden liessen sie sich vor dem "Kapels Soah Susi  Resor" (Philip guckt mir grade ueber die Schulter und sagt man schreibt das so: "Couples Sans Souci Resort") absetzen. Demonstrativ wendeten sie sich in die entgegengesetze Richtung und liefen mit ihren Backpacks ein Stueckchen zu Hillary, eine Jamaikanerin, bei der sie ein Zimmer gebucht hatten. Wir alle kamen aus dem Staunen nicht mehr raus als wir die Groesse des Hauses sahen, ausser Julia die hatte nur Augen fuer den Mango und Sternfruchtbaum im Garten. Die beiden hatten ein grosses Zimmer sogar mit eigenem Bad. Es gab eine grosse Kueche, einen tollen Balkon und einen grossen Garten, mit vielen Obstbaeumen, einem Pavillon zum Sitzen und direktem Zugang zum Fluss.


Doch das tollste an der Unterkunfrt war Hillary selbst. Die beiden sassen schon am ersten Abend ewig mit ihr zusammen und quatschten mit ihr ueber Deutschland, Jamaika und die Welt. Sie machte ihnen sogar einen alkoholfreien Sternfrucht-Mango-Cocktail, gekochte Bananen mit Ackee und Saltfish und einen traditionellen, jamaikanischen Weihnachtskuchen. Philip und Julia kochten ein deutsches Essen fuer sie und ihre Familie. Ausser ein paar Unternehmungen die Phil und Julia von White River aus machten verbrachten sie den Tag mit Sternfruechten, Mangos und Baden im eiskalten Fluss.



Ansonsten liefen sie zu einem wunderschoenen, oeffentlichen Strand mit Wasserfall und - ich war davor so aufgeregt - wir sollten meine Artgenossen in Oracabessa an einem Privatstrand schluepfen sehen. Doch leider erfuhren wir, dass an dem Tag keine schluepfen sollten. Lars, Phil und Julia genossen den Privatstrand und spielten mit zwei Hunden waehrend ich mich auf die Suche nach meinen Verwandten machte. Ich suchte ewig und irgendwann traf ich auf Lina, eine Schildkroete. Ich fand sie ziemlich Huebsch. Ich kam mit ihr ins Gespraech und sie erzaehlte mir vom Leben auf Jamaika und, dass sie auch hier war um die Kleinen schluepfen zu sehen. Sie fragte mich wo ich herkam und so erzaehlte ich ihr die ganze Geschichte. Wie ich in den Rucksack gesteckt wurde und auf Reisen mitgenommen wurde, dass wir schon grosse Staedte in den USA gesehen hatten, vor Baeren angst haben mussten und so weiter und so weiter. Sie hoerte mir ganz aufmerksam zu und fand die Reise sehr beeindruckend. Ich glaube sie bewunderte mich dafuer, dass ich mich nie in meinem Panzer versteckte. Nach ein paar Stunden riefen Phil und Julia und ich musste mich schweren Herzens von dieser Wunderschoenen und besonderen Schildkroetendame verabschieden. Allerdings versprach sie, dass sie eine Moeglichkeit finden wuerde den Blog zu lesen; also Lina, falls du das liesst, wir verlassen Jamaika jetzt und es war eine Freude dich kennenzulernen.
Nachdem die beiden sich von Hillary verabschiedet hatten, gings in Richtung Quito, Ecuador.


Euer Rudolph

Mittwoch, 10. Juli 2013

Karibische Eindruecke

Nach drei heissen Tagen mit vielen neuen Leuten und erster Hostelerfahrung in Miami gings dann mit dem Flieger weiter in die Karibik. Als wir in Kingston auf Jamaika gelandet sind wollte uns der Ofiicer Jamaika erst nicht betreten lassen, weil wir vorhatten den oeffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Letzendlich liess er Philip und Julia auf eigene Gefahr passieren und Rudoplh und ich reisten zum dritten mal ganz heimlich in ein Land ein. Zuerst konnten wir garnicht verstehen warum er sich eigentlicht Sorgen um uns machte. Wir wurden von einem zum naechsten Bus gefuehrt und kamen schnell am Busbahnhof von Kingston an, wo wir auch schon in den naechsten Bus gezogen wurden. Wir mussten etwa eine dreiviertel Stunde warten bis der fuer 22 Personen ausgelegte Bus mit etwa 40 Personen gefuellt war. Dann ging es mit vollem Tempo auf die kurvige Strasse die uns nach Snowhill bringen sollte. Philip und Julia waren mit ihren Backpacks so fett, dass sie fuer drei Plaetze zahlen mussten. Snowhill ist ein kleines Oertchen vor Port Antonio, es liegt am Rio Grande und am Meer. Julia und Philip hatten fuer zwei Wochen ein Zimmer bei Bianka gebucht, einer Deutschen die nach Jamaika ausgewandert ist. Bianka lebt mit ihrer Tochter in dem Haus und jeden Tag war auch Dwayne da. Dwayne entsprach auf den ersten Blick dem, was man sich unter einem Jamaikaner vorstellt. Ein Rasta ohne Oberteil. Spaeter sollte sich dann herausstellen, dass er am liebsten seinen Traum von einer Schweinefarm verwirklichen wuerde, was das ganze Klischee wieder etwas zerstoerte. Nach der ganzen USA-Reiserei blieb die erste Woche hauptsaechlich ruhig und war bestimmt von Wasser. Phil und Julia gingen morgens an den Fluss und nachmittags an den Strand um im warmen Wasser zu schwimmen, in den Sonnenuntergang zu lesen und ueber dem Lagerfeuer Stockbrot zu machen und Jamaikaischen Rum zu probieren. Ausserdem fingen sie mit einer selbstgebauten Angel Fisch und lernten wie man Mandeln mit Steinen aufhaut. Ich hab ja probiert statt einem Stein Rudolphs Panzer zu nehmen aber das fand Rudolph nicht so lustig da die Mandeln ziemlich hart sind. 


Julia und Phil waren ganz begeistert von dem vielen neuen Essen auf Jamaika und mussten das auch alles gleich selber kochen. So raspelten sie eine Kokosnuss um Kokosnussmilch herzustellen und dann Brotfrucht (das schmeckt gekocht wie Kartoffeln) und Bohnen darin zu kochen. An einem anderen Tag kamen sie mit Ackees vom Markt, wofuer sie einige besorgte Blicke erhielten. Da Ackee sehr giftig ist wenn man sie nicht gut saeubert oder sie falsch kocht wurde ihnen vier mal erklaert wie man das macht. Gestorben sind sie dann aber doch nicht. 

Einmal machte Bianka ein riesiges jamaikanisches Fruehstueck mit gebratener Plantain, sowas wie Banane, gebratenen Broetchen (irgendwie wird da alles gebraten) und Ackee. 
Als sie sich von der USA-Reiserei erholt hatten fingen sie an bei Bianka Touren zu buchen. Die erste war eine Bootstour zu Monkey Island, der Blue Lagoon und Winnifred Beach. Weisse Sandstraende und tuerkiesblaues Wasser gingen einher mit Schwimmen, Schnorcheln und Springen von Baeumen. 




Um dem Jamaikaklischee noch etwas naeher zu kommen nahm Bianka die beiden und zwei Couchsurfer zum Reggae to Reggae Festival mit, wo sie vor sich auch gleich einen in jamaika Farben gekleideten Rasta sahen, der mit 20cm langem Joint zur Musik tanzte. Zwei Tage spaeter wanderten sie durch and am Rio Grande zu einer Fledermaushoehle und kletterten danach noch einen Wasserfall hoch. Es waren, wie schon die ganze letzte Woche, keine Touristen zu sehen. Am Morgen darauf ging es mit Carlos, einem Couchsurfer aus Chile, los, zu einer schwindeleregenden Fahrt in die Blue Mountains. Die erste Station war eine von einer alten Frau gefuehrten Kaffeefarm wo die drei nach langer Zeit mal wieder Kaffee trinken durften. Dann gings zu einem Rastacamp, da leben sehr abgeschieden Leute, mit ganz verfilzten Haaren, die, so erzaehlen sie, christlich sind und einen Revolutionaer als Wiedergeburt von Jesus anbeten. 


Zum Abschluss gings zu Wasserfaellen und waehrend Rudolph und ich nur planschten sprangen die beiden von ganz oben ins kalte Wasser. Toll bei Bianka war auch, dass immer wieder verschiedene Couchsurfer da waren, mit denen man tolle Touren machen konnte und mit denen Philip und Julia lange Gespraeche hatten.
Die zwei Wochen in Snowhill gingen schnell vorrueber und jetzt gehts weiter nach White River in der Naehe von Ocho Rios, wo wir nochmal eine Woche bleiben bevor es nach Suedamerika geht.